Das „go“ zur Wunsch-Weiterbildung in der Tasche

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Beschwingt verlasse ich das Arbeitsamt und kann es noch nicht fassen: ich habe meinen Bildungsgutschein in den Händen.

Totally lost in Deutschland. Das war ich vor 18 Monaten. Und davor 15 Jahre Leben in Frankreich. Alles war gut und organisiert: mein Leben als Ehefrau, Mama, mit Freunden, Freizeitaktivitäten, Sport. Und ich hatte sogar wieder einen (bezahlten!!) Job nach längerer Erziehungspause in einer Marketing-Agentur für Tourismus mitten in Paris gefunden. Das war so gar nicht in meiner Branche, die sich eher in der technischen Redaktion im IT Bereich ansiedelte. Aber ich bin ja flexibel. Mitgebracht habe ich reichlich Erfahrungen aus dem Leben davor und danach oder mit und ohne Kinder. Auch die Bereitschaft zum Learning by doing!
Und dann der Umzug von Paris nach München. Nach dem „Kulturschock“ verbringe ich die folgenden Monate damit , die Integration meiner Familie im neuen Alltag, den Einstieg in diverse Schulen und Vereine bestmöglichst zu gestalten und tonnenweise Papierkram zu erledigen. Bald taucht das frustrierte „Ich“ auf  und das Selbstvertrauen schwindet. Wie kann ich meinen beruflichen Wiedereinstieg gestalten? Ich will endlich wieder Anerkennung!

Und so mache ich mich auf den Weg. Über Organisationen wie power-m, ZAK, Frauencomputerschule, persönlicher Coach, BIZ und nicht zuletzt auch das Arbeitsamt finde ich „meine“ Weiterbildung im Bereich online-Redaktion und Multimedia hier bei Comcave.

Ich geniesse den Luxus, brandaktuelle Impulse und Wissen aus dem Bereich online-Marketing, Social Media Marketing, HTML, Journalismus und PR vermittelt zu bekommen. Speziell im online-Marketing und Social Media Marketing Kurs sehe ich erst, was das Internet alles zu bieten hat: haufenweise Tools, Foren, Infos, Analysen, Feeds, Tweets, Blogs … Einiges an Energie und Ausdauer ist schon nötig, um den Faden nicht zu verlieren.

Denn erstens … muss ich eine ganze Stunde früher als sonst aufstehen. Wer mich kennt weiss, wieviel Überwindung mich das kostet! Frühstücken, Frühstücksdosen für die Jungs bereitgestellt, schnell noch die Unterschrift auf eine Klassenarbeit und schon renne ich aus dem dem Haus noch vor meinen Kindern und meinem Mann (wenn er denn auch mal da ist) und die meistens noch gemütlich am Frühstückstisch sitzen! Am Anfang nagt das schlechte Gewissen, da der Jüngste als letztes aus dem Haus geht… hat er auch nichts vergessen? Hat er seine Jacke an, Mütze aufgesetzt?

Zweitens … habe ich während der gesamten sechsmonatigen Weiterbildung keinen einzigen Tag Urlaub oder Ferien! Wir sassen sogar an Heilig Abend und Silvester bis 13 Uhr in der Schule! Alle in Feierstimmung und entspannt und haben das gleiche auch von mir erwartet. Weihnachten war die Bude voll, die Silvesterfete stieg bei uns – die letzten Gäste gingen um 5 Uhr morgens und am 2. um 8 Uhr sass ich wieder Schule. Ach? Hast du keine Ferien? Und meine Familie ist in den Faschingsferien ohne mich zum Skifahren!

Drittens … permanenter Zeitmangel. Auf dem Weg nach Hause in U-Bahn und Tram lese ich die Kursunterlagen durch, bloss keine Zeit vergeuden. Meistens komme ich gleichzeitig mit meinen Kindern nach Hause und mache mit ihnen Hausaufgaben, während ich nebenher zu Mittag esse. Die Kinder haben ja schon in der Schule gegessen. Und danach steht der übliche Nachmittagswahnsinn an, den ein 5-köpfiger Haushalt eben zu bieten hat. Ich muss anmerken, dass ich eine Eishockey-mom bin die fährt, wartet und jubelt. Mein Luxus ist eine Runde Joggen einschieben, während meine Jungs auf dem Eis sind. Erst nach dem Abendessen, wenn alle versorgt sind, darf ich mich endlich wieder an meine Hausaufgaben setzen, mich für den nächsten Tag vorbereiten oder für die Klausur am Ende eines Moduls lernen. Ja, denn wir haben auch Klausuren zu schreiben!

Die Flut an Informationen ist manchmal überwältigend. Trotz mancher Verzweiflungsattaken „Oh my god, das schaffe ich nie!“, habe ich noch keinen einzigen Tag meiner Weiterbildung bereut. Und so freue ich mich morgen früh wieder auf unseren Dozenten Ralf Wenda – simply the best -, der es mit seiner Dynamik schafft, seine heterogene Truppe durch den Social Media Dschungel zu führen.

Fazit: Schon die Suche nach einer geeigneten Weiterbildung war ein interessanter Selbstfindungsprozess. Und die Weiterbildung an sich war der notwendige Schritt, um in die nötige Dynamik zu kommen und mit neuem Selbstbewusstsein und gestärktem Rücken ins Berufsleben zurückzufinden.

Und wetten, dass ich es auch heute wieder geschafft habe, den Preis für den letzten Beitrag des Tages für diese Blog-Parade#wbParade zu erhalten?

Die Muttis im Kurs können mal einen Blick auf Münchens Working Mum Blog werfen.

Eure Tanja 🙂

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